Warum sie für eine gesunde Verdauung unverzichtbar sind
Blähbauch, Verstopfung oder träger Darm – viele dieser Beschwerden haben eine gemeinsame Ursache: zu wenig Ballaststoffe in der täglichen Ernährung. Dabei sind sie echte Multitalente für die Gesundheit. Sie bringen den Darm in Schwung, fördern das Sättigungsgefühl und unterstützen sogar das Immunsystem.
Was sind Ballaststoffe überhaupt?
Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel. Anders als Fette, Proteine oder Kohlenhydrate liefern sie dem Körper zwar keine Energie – doch sie sind essenziell für die Gesundheit, insbesondere für eine funktionierende Verdauung.
Man unterscheidet zwei Hauptarten:
- Unlösliche Ballaststoffe (z. B. in Vollkornprodukten, Kleie, Gemüse): Sie sind nicht wasserlöslich, erhöhen das Stuhlvolumen und regen durch ihre Masse die Darmmotorik an. Das beschleunigt die Stuhlpassage und kann Verstopfungen vorbeugen.1,2,3
- Lösliche Ballaststoffe (z. B. in Hafer, Obst, Hülsenfrüchten): Sie quellen im Darm auf und bilden ein Gel. Der Speisebrei bindet also Wasser, was den Stuhl weicher und leichter passierbar macht. Zugleich dienen sie vielen Darmbakterien als Nährsubstrat, fördern ein gesundes Mikrobiom und dadurch eine stabile Darmflora. 3,4
Wirkung von Ballaststoffen im Darm
✅ Regelmäßige Verdauung
Ballaststoffe erhöhen das Stuhlvolumen und machen ihn weicher – das erleichtert die Ausscheidung und beugt Verstopfung vor.
✅ Fütterung der guten Darmbakterien
Lösliche Ballaststoffe dienen als Präbiotika – also als Nährstoffquelle für die „guten“ Darmbakterien. Das stärkt das Mikrobiom und die Darmbarriere.
✅ Schutz vor Blutzuckerspitzen
Ballaststoffe verlangsamen die Zuckeraufnahme im Darm. So bleibt der Blutzuckerspiegel stabiler – ein Pluspunkt bei Diabetes oder zur Vorbeugung.5
✅ Lang anhaltendes Sättigungsgefühl
Sie verzögern die Magenentleerung, was Heißhungerattacken vorbeugen kann – hilfreich beim Abnehmen.
✅ Bindung von Schadstoffen und Cholesterin
Einige Ballaststoffe binden Gallensäuren und fördern die Ausscheidung von Cholesterin – gut für Herz und Gefäße.
Wie viele Ballaststoffe braucht man täglich?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Leider erreicht die Mehrheit der Bevölkerung diesen Wert nicht.
Ballaststoffgehalt verschiedener Lebensmittel:
- 100 g Vollkornbrot: ca. 8 g
- 1 Apfel mit Schale: ca. 4 g
- 1 Portion Haferflocken (50 g): ca. 5 g
- 1 Teller Linsensuppe: ca. 7g
Tipp: Wer seine Ballaststoffzufuhr erhöhen möchte, sollte das schrittweise tun – und ausreichend trinken (1,5 bis 2 Liter pro Tag), damit die Fasern im Darm quellen können.
Ballaststoffe und Blähungen – was tun?
Ein häufiger Nebeneffekt beim Umstieg auf ballaststoffreiche Kost sind Blähungen oder Völlegefühl. Das liegt daran, dass die Darmflora sich erst an die neue Nahrung gewöhnen muss. Das Gute: Diese Beschwerden sind meist nur vorübergehend.
Wer sich schrittweise an mehr Ballaststoffe herantastet und gleichzeitig Bitterstoffe einsetzt, kann die Umstellung erleichtern.
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1 Liszt et al. (2017) PNAS; 114(30), E6260-E6269
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Häufige Fragen:
Ja – bei Blähungen, Völlegefühl und Magenkrämpfen sorgt GASTEO® für schnelle Linderung.
Ja – vor allem bei plötzlicher Umstellung. Daher die Zufuhr langsam steigern und ausreichend trinken.
Haferflocken, Linsen, Kichererbsen, Vollkornbrot, Äpfel, Karotten, Chiasamen.
Gute Ballaststoffe für den Darm sind unlösliche (z. B. aus Vollkorn und Gemüse) für mehr Stuhlvolumen und lösliche (z. B. aus Hafer, Obst, Hülsenfrüchten) für eine weiche, gut passierbare Verdauung und eine gesunde Darmflora.
Mindestens 30 g täglich – am besten aus Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen.
Sie regen die Darmtätigkeit an, sorgen für weichen Stuhl und fördern das Wachstum gesunder Darmbakterien.
Quellenangaben:
-
www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/naehrstoffe/ballaststoffe (zuletzt aufgerufen am 09.12.2025)
-
www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-ballaststoffen (zuletzt aufgerufen am 09.12.2025)
-
McRorie Jr, Johnson W., and Nicola M. McKeown. „Understanding the physics of functional fibers in the gastrointestinal tract: an evidence-based approach to resolving enduring misconceptions about insoluble and soluble fiber.“ Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics 117.2 (2017): 251-264.
-
Soluble vs. insoluble fiber: MedlinePlus Medical Encyclopedia (zuletzt aufgerufen am 09.12.2025)
-
Goff, H. Douglas, et al. „Dietary fibre for glycaemia control: Towards a mechanistic understanding.“ Bioactive carbohydrates and dietary fibre 14 (2018): 39-53.
Bildquelle: rizqiono/stock.adobe.com
Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem Experten:
Dr. rer. nat. Dipl.-Biochem. Nils Günnewich
geboren 1977, ist studierter Pflanzen-Biochemiker (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg). Seine Doktorarbeit erfolgte am renommierten Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle/Saale und dem Donald Danforth Plant Science Center in St. Louis/Missouri (USA). Nach einem Postdoc in der Arzneimittelentwicklung an der Universität des Saarlandes erfolgte eine Ausbildung und Tätigkeit als klinischer Monitor.
Vor seiner Tätigkeit als medizinisch/wissenschaftlicher Mitarbeiter der Firma Cesra sammelte er Erfahrung in der Industrie in den Bereichen Medical/Regulatory Affairs, in der Qualitätskontrolle und -sicherung, war stellv. Herstellungsleiter und leitender Qualitätsmanager eines deutschen Pharmaunternehmens. Des Weiteren ist er Autor mehrerer wissenschaftlicher Fachpublikationen und Bücher, auch im Bereich der Gastroenterologie.
- Dr. rer. nat. Dipl.-Biochem. Nils Günnewich
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